Vorwurf der Schleichwerbung bei der ARD

Vorwurf der Schleichwerbung durch ARD-Meteorologen Kachelmann
FOCUS- Bericht vom 12.06.2005

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Erneut trifft den Senderverbund ARD der Vorwurf der Schleichwerbung. Nachdem zuvor Vorwürfe der Schleichwerbung gegen die ARD-Produktionsfirma Bavaria erhoben wurden, sie habe in der Vorabendserie "Marienhof" gegen Entgelt Produkte in der Serie plaziert, richten sich nun die Vorwürfe gegen die Sendung "Das Wetter im Ersten". "Focus" zufolge soll der TV-Moderator Jörg Kachelmann die Sendung für unzulässige Werbung in eigener Sache genutzt haben. Dem Bericht nach soll Kachelmann monatelang in die von seiner Firma produzierten Sendung die Internetadresse "kachelmannwetter.de" eingeblendet haben, auf der seine geschäftlichen Aktivitäten ausgeführt werden. Auf der Webseite findet man Bücher und CD`s, die der Moderator veröffentlicht hat.

Auf der Webseite sollen auch Logos fremder Unternehmen gezeigt worden seien (z.B. T-Online). Wenn man die Logos anklickte, aktivierte man den darunter liegenden Link und der Nutzer wurde automatisch mit T-Online verbunden.

Rundfunkexperte Professor Christoph Degenhart aus Leipzig hält die Webseite laut "Focus" für "äußerst problematisch, da die Trennung von Werbung und Programm "nicht gegeben" sei.

Die ARD hat die Werbebotschaften als Reaktion auf die Focus-Recherchen bereits am 8.6.2005 von der Internetseite entfernen lassen. Am 9.6.2005 folgte die Beseitigung der Links zu kommerziellen Anbietern. In einer Erklärung vom Freitag räumte ARD-Sprecher Rudi Küffner ein, die Inhalte von Kachelmann sei der ARD nicht bekannt gewesen. Angaben des Nachrichtenmagazins zufolge profitierte eine Tochter des WDR, die WDR Mediagroup, von den Aktivitäten KachelmannsHolding Jörg Kachelmann Produktions AG beteiligt.